Modellflug Club

Grenzland 1956 e.V. Nettetal

RD Helitreffen 09/10.06.2001

Thomas Casciani über das im Sommer 2001 beim MFC Grenzland veranstaltete Heli-Treffen, das durchweg als voller Erfolg verbucht werden kann.

In Haselünne fing alles an. Während des Helitreffens Anfang September 2000 wurde die Idee geboren, dass wir — die Heli-Truppe des MFC Grenzland — gemeinsam mit Ralf Dahm (RD Modelltechnik) in 2001 ein Helitreffen veranstalten werden. Da wir bereits bei vorhergehenden Hubschrauberveranstaltungen auf unserem Modellflugplatz die Erfahrung gemacht haben, dass Modellhubschrauber auch immer Publikumsmagnete sind und unsere Vereinsführung, an erster Stelle Werner Kriegers, den Aktivitäten der Heli-Piloten positiv gesonnen ist, wurde gemeinsam mit Ralf Dahm der Termin für die Veranstaltung festgelegt. Mit Ralf Dahm als Partner, der in der Heli-Szene sehr bekannt ist, und einer zuverlässigen Truppe aus unserem Verein kam auch innerhalb der Vorbereitungszeit kein Stress auf.

Anfang Juni war es soweit: Wir hat­ten etwa 50 Anmeldungen — Piloten von München bis Kiel und aus Holland versicherten uns ihr Kommen, worüber wir schon stolz  waren. Aber es sollte noch besser kommen. Bei der Veranstaltung selbst hatten wir 75 Helipiloten bei uns zu Gast. Das war eine Resonanz, die uns und so manchen erfahrenen Veranstaltungsteilnehmer zum Staunen brachte. Begünstigend war sicher auch die Tatsache, dass das Wetter an beiden Tagen mitspielte, denn ‘Sonne pur‘ war angesagt.

Bis auf einen Drag-Race-Wettbewerb an beiden Tagen und eine Nachtflug-Vorführung gab es kein Programm! Freies Fliegen für jeden war angesagt, wovon auch reichlich Gebrauch gemacht wurde. Zeitweise waren bis zu sechs Modelle gleichzeitig in der Luft. An dieser Stelle spreche ich allen Piloten dieser Veranstaltung ein großes Kompliment aus; trotz der großen Anzahl von Teilnehmern kam es zu keinem Zeitpunkt zu einer kritischen Situation was die Sicherheit betrifft. Durch die hohe Disziplin der Piloten erübrigte sich eine Organisation des Flugbetriebs.

Es gab viele Attraktionen zu bewundern: Bernd Pöting und Ralf Dahm zeigten uns bereits am frühen Samstag, dass Jan Henseleit mit dem neuen Three Dee NT eine geniale Konstruktion gelungen ist. Sie tobten ihre Helis mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit durch die Luft, dass man sich im ersten Moment fragte, ob für dieses Fluggerät ein Waffenschein nötig ist. Am Sonntag war Jan Henseleit persönlich bei uns und zeigte allen, dass er nicht nur Modellhelis konstruieren kann, sondern auch ein Top-Pilot ist. Ein weiterer Höhepunkt war die Flugvorführung von F3C-Mannschaftspilot Oliver Wessel — ein Leckerbissen an Präzision, aber auch sein 3D-Flug in Bodennähe ist absolut sehenswert. Eine weitere Attraktion in Sachen 3D war Thomas Schenk mit seinem Futura Nova. Er schaffte es sogar, während eines Rückenschwebeflugs mit den Rotorblättern deutliche Spuren auf dem Rasen zu hinterlassen. Ingo Schmitz (Modellbau Plankert), immerhin fünffacher Deutscher Meister des DMFV, bewies an beiden Tagen mit seinem VarioX-Treme und dem Futura Nova, dass man alle erdenklichen Flugmanöver auch wunderschön rund, weich und gefühlvoll aussteuem kann. Ein erfreulich großer Teil der Piloten zeigte uns die mit viel Mühe und Sorgfalt gebauten Scale­Hubschrauber mit bis zu zwei Metern Rotordurchmesser: Die gekonnt vorgeflogenen Bell-Helis mit und ohne Einziehfahrwerk, Alouette, die ganze Ranger-Familie, BK 117, Ecureuil, Hughes in allen Varianten und viele Typen mehr, sind bei den Zuschauern stets sehr beliebt und in ihrer bunten Vielfalt eine Bereicherung für jede Flugshow. Auch unsere vereinseigeneHughes 500-Staffel war teilweise vertreten (vier von insgesamt sechs Modellen waren zu diesem Zeitpunkt fertig), über die wir noch zu gegebenem Zeitpunkt in ROTOR berichten werden.

Zum Abschluss des ersten Tages wurde gegen 23 Uhr das Nachtflugprogramm gestartet. Die dargebotene Lichter-Show am Nachthimmel beeindruckte die zu später Stunde noch große Anzahl der Zuschauer gewaltig. Eine weitere Attraktion hatte Peter Holtackers: Er flog einen Vario Benzin-Trainer mit eingebauter Videokamera und Sender, den Joop van Lent und seine Freunde aus Holland mitgebracht hatten. So erhielten wir aus dem fliegenden Hubschrauber Live-Bilder auf einen Monitor. Für eine gelungene Überraschung sorgte Uli Streich (Vario Helicopter), der mit einer ‘echten‘ Schweizer 300 einflog und uns einen kurzen Besuch bescherte.

Für viel Spass und Spannung sorgte an beiden Tagen das Drag Race- ein buntes Teilnehmerfeld aus Trainern und Rumpf-Helis versprachen spektakuläre Rennen. Dass man dabei auch Spaß haben kann, zeigte uns Ingo Schmitz in einem der Final-Läufe. Er flog die Rennstrecke im Rückenflug und mit dem Heck voraus. Die beste Leistung zeigte uns der erst 12-jährige Finn Henseleit mit seinem Three Dee NT. Er belegte Platz drei, und so zeigte er manchem erfahrenen Drag-Racer, auf wen man in Zukunft achten sollte. Übrigens ‘Papa‘ Jan Henseleit belegte Platz fünf. Nach einem spannenden Final-Lauf flog Heiner Jünkering (robbe) mit seinem Futura Nova als erster über die Ziellinie; die anschließenden Luftsprünge von Heiner waren fast so hoch wie die seines Helis. Den zweiten Platz belegte Bernd Pöting. Zur Siegerehrung hatte RD Modelltechnik für jeden Race-Teilnehmer noch praktische Präsente, z.B. Synth Glow­Modellkraftstoff, Carbon-Heckantriebe und vieles mehr.

Für neugierig gewordene Zuschauer wurde am Rand des Flugplatzes ein Schnuppertrainig durchgeführt; die Modellflugschulen Bernd Pöting aus Freudenberg und Günter Buchholtz aus Düsseldorf zeigten den Interessenten am Lehrer-Schüler-Kabel, wie man einen Modellheli steuert.

Der MFC Grenzland und RD Modelltechnik bedanken sich bei allen Teilnehmern dieser Veranstaltung für das zahlreiche Erscheinen, das die Garantie für den Erfolg war.

Thomas Casciani